Seit eineinhalb Jahren schauen wir uns die Welt mit eigenen Augen an. Wir sprechen mit verschiedensten Menschen, sehen vielfältige Landschaften. Immer wieder finden wir uns in einer ganz neuen Situation wieder. So zu leben und zu erleben empfinden wir lehrreich und horizonterweiternd. Manchmal werden wir angekickt, weil wir uns politisch schlecht informieren und von den wichtigsten Ereignissen erst am nächsten Tag oder später erfahren. Sind wir in einer Bubble? Heile Welt? Insel? Mag sein.



Wir sind dankbar, dass Familie und Freunde uns ab und zu auf dem Laufenden halten, darüber was in der Welt geschieht. Wir erhalten so Impulse, uns regelmässig im Informations-Dschungel selber zu informieren. Wir haben gehört, dass es selbst in der Schweiz eine grosse zeitraubende Aufgabe ist, sich einen guten Überblick über das momentane Weltgeschehen zu verschaffen.
Da wir in den nächsten Tagen im Hafen liegen und guten Internetempfang haben, werden wir uns mit Hilfe von digitalen Quellen wieder einmal ausführlicher informieren können. Die Welt digital betrachten? Welches Bild wohl so entsteht? Wir sind gespannt. Nach diesen Gedanken über eine digitale und analoge Weltbetrachtung wollen wir euch doch noch ein paar schöne Bilder von Lanzarote zeigen. Wir haben sie echt gemacht, diese Landschaften gesehen, dabei haben wir keine KI benutzt ; ) Auf der Insel sind die Landschaften mit ihren Stimmungen und ihrem Farbenspiel einzigartig! Deshalb hat sich der Künstler César Manrique wohl hier niedergelassen. Es war ein überwältigender Moment, dort oben beim Mirador del Rio (Aussichtspunkt). Ein bisschen kann man die Art der Stimmung auf den Fotos erahnen, doch die Realität war nochmals anders: Wir haben nur noch gestaunt…

















Heute tobt der Wind, es ist richtig laut, sowohl draussen, als auch drinnen im Schiff. Fallen schlagen gegen den Mast, der Wind heult in verschiedenen Tonlagen, losen Teile klappern und die Fender schlagen gegen den Rumpf. Über 40 Knoten weht der Wind (ca. 74 km/h). Wir sind froh, dass wir von der Bucht in Arrecife in den Hafen wechseln konnten. Die Bucht war nicht so sicher, da der Grund steinig war und der Anker nicht gut hielt. Zum Glück konnte Matthias auf den Grund tauchen und uns an einem schweren Betonblock festmachen. Schliesslich waren wir sowohl mit zwei Festmachern, als auch mit dem Anker gesichert. Es war nicht tief dort, teilweise zeigte das Echolot knapp über 3 m an und wir möchten gerne zu unseren 2 m Tiefgang einen Meter Sicherheit haben. In der letzten Nacht driftete ein Katamaran gegen uns, der Abstand zu ihm betrug nur noch knapp ein Meter. Wir blieben bis um 02.00 Uhr wach, trafen Vorkehrungen und überwachten die Situation. Um so dankbarer sind wir für den sicheren Hafenplatz bei diesem stürmischen Wind!
Letzte Woche genossen wir den Besuch von Matthias‘ Bruder mit seinen zwei Töchtern. Gemeinsam haben wir die schöne Vulkaninsel Lanzarote erkundet. Gleichzeitig sind wir informiert, was die beiden Teenagermädchen aktuell beschäftigt. Kinder entwickeln sich so schnell und plötzlich sind sie Teenager und junge Erwachsene. Es ist ein immer neues Kennenlernen voller Überraschungen.


Nun warten wir geduldig, bis sich das nächste geeignete Wetterfenster öffnet. Es wechselt sich die eine Starkwindfront mit der nächsten ab. Falls es die Bedingungen zulassen, werden wir sofort die Leinen lösen und die Segel hissen. Unterwegs nach Madeira befinden sich mitten im Ozean zwei winzige Inseln „Ilhas Selvagens“. Die grössere wird von 3 Menschen bewohnt. Man muss sich via Internet anmelden, um dort in der Bucht übernachten zu dürfen. Bei perfekten Bedingungen werden wir so einen abenteuerlichen Stopp wagen. Ansonsten direkt Kurs Richtung Madeira aufnehmen.
Liebe Grüsse aus dem windigen Lanzarote. Wir hörten, dass in der Schweiz der Frühling begonnen hat! Wir wünschen allen besonders schöne und wärmende Tage.







Danke euch für den Einblick in euer Leben. Gute Überfahrt nach Madeira! LG Andy
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