Wir waren über Weihnachten in der Schweiz, um mit unseren Familien zu feiern. Es war schön und hat uns gut getan. Wir haben uns an allen Begegnungen sehr gefreut. Ich, Olivia, war dankbar, dass wir ein Zimmer bei Matthias‘ Bruder bewohnen durften, wo wir wie „zuhause“ waren. Doch trotzdem waren wir viel unterwegs, unser zweites „Zuhause“ war unser Ford Transitbus, in dem wir doch einige winterliche Nächte in der Schweiz verbrachten. Entgegen unseren Befürchtungen der Kälte wegen, ging es sehr gut. Mit Merinounterwäsche und einem 500 W Elektroöfeli waren wir am Morgen nicht einmal durchfroren.
Der Wechsel vom Schiff aufs Land kostete mich, Olivia, doch einige Tage Umgewöhnung, da das Leben auf dem Land so anders ist. An Land schwankt es nicht, wir spüren das Wetter weniger nahe, es hat viel mehr Menschen und mehr Lärm, man sieht weniger weit und es hatte sehr viel Nebel. So wenig Sonne zu sehen, waren wir uns nicht mehr gewohnt! Der Wechsel zurück aufs Schiff war dann wiederum gar kein Problem, dieser fiel mir kaum auf. Warum wohl? Ich denke es ist, weil das Schiff wirklich zu unserem Zuhause geworden ist und wir uns hier sehr wohl fühlen, egal an welchem Ort wir uns gerade befinden. Ich sagte zu Matthias: „Schön, dass wir wieder Zuhause sind!“
Matthias erlebte es etwas anders. Dort wo er ist, dort ist er mit Leib und Seele, egal ob auf dem Land oder dem Wasser. Trotzdem war es komisch für mich, meint er, nach so langer Zeit auf dem Wasser, plötzlich auf dem Land zu sein. Darum habe ich es sehr geschätzt, nach der Zeit in der Schweiz, wieder zurück auf dem Schiff zu sein. Unsere Familien und Freunde zu sehen war besonders schön. Dies wollte ich nicht missen. Ich glaube, irgendwann werden wir den Schritt wieder aufs Land tun müssen, um wieder fest dort zu wohnen. Dieser Schritt wird vielleicht schwieriger, als jener aufs Meer war. Könnte sein…
So sind wir glücklich darüber, dass wir beide gerne so unterwegs sind. Wir hören viele Geschichten, wo es nicht so einfach funktioniert. Meist sind die Frauen jene, die in der Nähe ihrer Kinder oder Enkelkinder wohnen wollen.
Der Plan ist, dass wir im Sommer 2026 während eines halben Jahres wieder in der Schweiz wohnen und danach jedoch nochmals zurück aufs Meer gehen. Als wir in der Schweiz waren, haben wir mehrmals zueinander gesagt, wie richtig diese Entscheidung war, eine Zeit lang auf dem Meer zu leben und genau in diesem Moment, wo wir es taten.
Nachdem wir also wieder zurück auf dem Schiff waren, verbrachten wir eine Woche in La Palma, Santa Cruz. Danach segelten wir während einer Woche nordöstlich nach Las Palmas de Gran Canaria. Diese Richtung zu segeln ist schwierig, da der Wind meistens genau aus dieser Richtung kommt. Das bedeutete dann, dass wir während dem letzten Schlag vor der östlichen Küste Gran Canarias, aufkreuzen mussten. Das Schiff lag während 9 Stunden immer sehr schräg (wir segelten hart am Wind). Wellen spritzten über das ganze Deck, die Relingsfüsse kamen dem Wasser nahe. Für diese Strecke von 30 Meilen benötigten wir statt normalerweise 6 Stunden 9 Stunden, da wir gegen den Wind aufkreuzen mussten. Auch kochen mussten wir bei viel Wellengang und Schräglage. Als wir abends im Hafen einfuhren, waren wir müde und erleichtert, unser Ziel erreicht zu haben.
Hier in Las Palmas können wir nun endlich den Schaden des Unfalls vom Juli 2025 reparieren lassen. Zwei Wochen werden wir hier sein, dann in einem Schlag während 24 Stunden nach Graciosa (nördlichste Insel) segeln. Schliesslich in Arrecife, wieder in einem Hafen, das nächste Projekt anpacken, den Windgenerator montieren.
So ist es im Moment eine Zeit mit schwierigen, kurzen Segeletappen in nördliche Richtung und dazwischen wöchigen bis zweiwöchigen Aufenthalten in Häfen, verbunden mit einigen Reparaturen.
Es gibt drei Hauptzustände auf dem Schiff: Das Liegen vor Anker, das Liegen im Hafen oder das Unterwegssein. Jede Art hat seine Besonderheiten, das Leben auf dem Schiff ist äusserst abwechslungsreich!
Vom Segeln und Liegen vor Anker haben wir bereits berichtet, deshalb füge ich diesem Blog diesmal einige Impressionen vom Hafenleben zu.





Marina Santa Cruz de La Palma. – Zurück auf dem Schiff: Zuhause. – Finne eines Grindwals (Teneriffa)
Zeiten im Hafen sind oft geprägt von Reparaturarbeiten:



Auch schön am Liegen im Hafen ist, dass es einfach ist an Land zu kommen, so können wir ohne grossen Aufwand die Umgebung erkunden.



Las Palmas de Gran Canaria, die Strände grenzen an die Stadt mit einer schönen Promenade.

So wünschen wir allen ein gutes und glückliches 2026.
